Ev.-Luth. St. Johannes-Gemeinde Oberursel

 

 

Kurze Chronik der Ev.-Luth. St. Johannes-Gemeinde Oberursel


1952:
Da die Seelsorge-Arbeit an den in Oberursel ansässigen Lutheranern, die seit Gründung der Lutherischen Theologischen Hochschule im Jahre 1948 von Dozenten und Studenten quasi "nebenbei" wahrgenommen worden ist, überhand genommen hat, wird Pfarrer Bernhard Schütze am 15. Juni ordiniert und zum ersten Pfarrer der St. Johannes-Gemeinde ernannt. Pfarrer Schütze ist gleichzeitig Dozent für Hebräisch und Bibelkunde am Theologischen Proseminar der Hochschule. Die Gottesdienste finden in der St. Johannis-Kapelle auf dem Hochschulgelände statt.

1955:
Die Hochschule muß das Theologische Proseminar aus finanziellen Gründen schließen; Pfarrer Schütze ist daher gezwungen, eine Tätigkeit als Lehrer am Missionshaus in Bleckmar wahrzunehmen. Die Gemeindearbeit an den inzwischen (ohne Studenten) 70 Mitgliedern wird vorübergehend erneut von den Dozenten übernommen.

1956/57:
Das Proseminar wird 1956 wieder eröffnet. Als neuer Hebräisch-Lehrer wird Vikar Gottfried Hoffmann berufen, der nach seiner Ordination am 20. Januar 1957 auch in das Pfarramt der St. Johannes-Gemeinde eingeführt wird.

1964:
Die Gemeinde ist auf 134 Seelen (ohne Studenten) angewachsen.

1965:
Pfarrer Hoffmann wird nach Hörpel berufen. Es folgt eine längere Vakanzzeit, während der die Seelsorge von Pfarrer Horst Krüger aus Frankfurt sowie den Hochschul-Dozenten wahrgenommen wird.

1967:
Mit Pfarrer Gerhard Stallmann wird endlich ein neuer Seelsorger für die Gemeinde gefunden. Besondere Aufmerksamkeit erregt in der Folgezeit stets das jährliche Missionsfest unter freiem Himmel auf dem Hochschulgelände, an dem viele Hunderte von Gästen teilnehmen. Aufgrund des andauernden Gemeindewachstums zeichnet sich ab, daß die Hochschulkapelle zu klein ist, so daß erste Planungen für den Bau einer eigenen Kirche sowie von Gemeinderäumen entstehen.

1971:
Pfarrer Stallmann nimmt eine Berufung nach Pforzheim an. Neuer Hirte der St. Johannes-Gemeinde wird Pfarrer Friedrich Burmeister. Die Kirchbaupläne nehmen konkrete Formen an.

1973:
Beginn der Bauarbeiten für die neue "St. Johannes-Kirche" und die Gemeinderäume im Februar. Die Grundsteinlegung erfolgt am 1. Juli, das Richtfest am 7. Dezember.

1974:
Einweihung von Kirche und Gemeindesaal am 9. Juni.

1980:
Beginn der Bauarbeiten für das Pfarrhaus auf dem Kirchgrundstück.

1981:
Einweihung des Pfarrhauses am 8. Februar. Nach dem Eintritt von Pfarrer Burmeister in den Ruhestand wird Pfarrer Richard Tepper Seelsorger der Gemeinde. Da die Gemeinde weiter anwächst, werden die vorhandenen Räumlichkeiten in der Folgezeit wiederum zu klein.

1988:
Die Gemeinde fasst den Entschluss, den Kirchraum zu erweitern und zu renovieren. Außerdem wird beschlossen, eine Empore für die Chöre einzubauen, auf der auch eine neue Orgel ihren Platz finden soll.

1989:
Beginn der Umbau-Arbeiten; die Gottesdienste finden vorübergehend wieder in der alten Kapelle auf dem Hochschulgelände statt. Am 2. Juli kann die um 80 auf insgesamt 250 Plätze vergrößerte Kirche in einem Festgottesdienst geweiht werden.

1990:
Weihe der neuen Orgel am 23. September.

1991:
Beginn der Betreuung von Aussiedlern aus Rußland in einem Wohnheim in Kelkheim Ruppertshain. Hierdurch kommt es nochmals zu einem Wachstummschub der Gemeinde.

1993:
Die Gemeinde erhält mit Armin Wenz, vorher Assistent an der Theologischen Hochschule, einen Vikar.

1995:
Dr. Armin Wenz wird in der St. Johannes-Kirche ordiniert.

1996:
Pfarrer Richard Tepper begeht im November sein 30-jähriges Ordinationsjubiläum.

1997:
Die Gemeinde macht mit einer sehr gut besuchten Vortragsreihe (auch in der regionalen Presse) auf sich aufmerksam.

1998:
Die St. Johannes-Gemeinde ist auf 430 Mitglieder angewachsen.

1999:
Die Gemeinde begeht am 6. Juni ihr 25-jähriges Kirchweihjubiläum.

 

2004:

Pfarrer Richard Tepper wird am 18. Januar in den Ruhestand verabschiedet. Zum Vakanz-Pfarrer bis zur Neubesetzung der Pfarrstelle wird Lienhard Krüger aus Frankfurt ernannt.

 

Am 31.10. wird Dr. Armin Wenz, der frühere Vikar, als neuer Pfarrer eingeführt.

 

2014:

Am 17. August wird Pfr. Dr. Wenz, der eine Berufung nach Halle/Saale angenommen hat, feierlich verabschiedet.

 

Bereits am 21. September wird Theodor Höhn, vorher Pfarrer in Stuttgart, als neuer Gemeindepfarrer eingeführt.

Lutherische Messe

Eine Gruppe von Pfarrern und Laien aus dem Kirchenbezirk Hessen-Süd hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Schatz der traditionellen abendländischen Liturgie zu pflegen und neu zu entdecken – gottesdienstliche Bräuche, die der lutherischen Kirche in der Reformationszeit noch selbstverständlich waren, und die auch heute Menschen ansprechen können. Unter dem Leitspruch "Venite adoremus!" (lateinisch, Kommt, lasset uns anbeten!) feiern wir in der ehemaligen Krankenhauskapelle St. Elisabeth in Eltville (Rheingau) einmal monatlich „die heilige Messe der evangelisch-lutherischen Kirche“ (Ev.-Luth. Kirchenagende). Die Liturgie folgt der Ordnung der SELK und wird in festlicher Form gefeiert.

 

 

Der nächste Gottesdienst findet am Samstag, dem 17. März 2018, um 17.00 Uhr statt (Ort: Gutenbergstraße 19 in Eltville).

Weitere Gottesdiensttermine finden Sie hier

 

Mysterium fidei (Das Geheimnis des Glaubens)

 

Im Zentrum der Gottesdienste stehen die Verkündigung des Evangeliums und die Feier des Altarsakraments. Christus schenkt uns seine geheimnisvoll verborgene und doch reale Gegenwart in seinem Wort und in Brot und Wein. Unfassbares Zeichen der Liebe Gottes!

 

Adiaphora

Farbige Messgewänder, die Verwendung von Weihrauch oder das Niederknien und sich Bekreuzigen sind im evangelischen Gottesdienst heute kaum noch anzutreffen. Nichtsdestotrotz handelt es sich hierbei um altkirchliche Übungen und Zeremonien, die von den Vätern der Reformation keineswegs abgeschafft wurden. Luther selbst weist z.B. in seiner Gottesdienstordnung von 1523 (Formula missae et communionis) ausdrücklich auf die Möglichkeit hin, die Verlesung des Evangeliums mit Weihrauch zu umrahmen. Bei den genannten Zeremonien handelt es sich nach Ansicht der Reformatoren um „Adiaphora“, d.h. um „Mitteldinge“, deren Gebrauch weder vorgeschrieben noch verboten ist. Wenn sie der Erleichterung der Anbetung, der Förderung der Andacht oder der Steigerung der Feierlichkeit des Gottesdienstes dienen, darf man sie verwenden.

 

Venite adoremus

Martin Luther konnte sich übrigens durchaus vorstellen, die lateinische Sprache im Gottesdienst auch weiterhin zu gebrauchen. Bisweilen werden daher auch lateinische Gesangsstücke im Rahmen der heiligen Messe verwendet.

 

Mit Fragen oder Anregungen zur Feier der Lutherischen Messe in Eltville wenden Sie sich bitte an Herrn Pfr. i. E. Rudolf Spring (E-Mail: retterling@freenet.de).

 

Das lutherische Bekenntnis zur Messe

Die Reformatoren entgegnen dem Einwand ihrer Kritiker, dass die Evangelischen keine Messe feiern würden: „Man hält den Unseren zu Unrecht vor, daß sie die Messe abgeschafft haben sollen, doch es ist öffentlich, dass sie bei uns mit größerem Ernst und Andacht gefeiert wird als bei den Widersachern“ (Augsburger Bekenntnis von 1530, Artikel 24: Von der Messe).

 

Alle Fotos: Helmut Höller